Bei der Extrusion von hochwertigen Kunststoffplatten (wie PC, PMMA, PET und ABS) sind Oberflächenfehler wie Blasen und Gels (Fischaugen) die Hauptursachen für hohe Ausschussraten. Diese Fehler entstehen typischerweise durch Feuchtigkeit im Rohmaterial, flüchtige organische Verbindungen (VOCs) oder lokale thermische Degradation aufgrund übermäßiger Verweilzeit. Der Schlüssel zur Lösung dieser Probleme liegt im geometrischen Design der Zweiwellenextruder Entlüftungsabschnitte und der präzisen Auswahl von Vakuumsystemen.
Bei der Plattenextrusion wirkt sich eine schlechte Entgasungsleistung direkt auf die optischen Eigenschaften des Endprodukts aus.
Ursache für Blasen: Niedermolekulare Substanzen, die während des Schmelzens freigesetzt werden, dehnen sich aus, wenn der Druck an der Düse abfällt, wenn sie nicht umgehend entfernt werden, wodurch interne oder Oberflächenblasen entstehen.
Ursache für Gels (Fischaugen): Material, das sich an den Rändern des Entlüftungsanschlusses ansammelt, kann sich im Laufe der Zeit unter hoher Hitze zersetzen. Sobald diese Partikel verkohlt oder verhärtet sind, fallen sie zurück in die Schmelze und bilden ungeschmolzene Gels.
Um eine "blasenfreie" Produktion zu erreichen, muss das Design von Schnecke und Zylinder eine effiziente Oberflächenerneuerung ermöglichen.
Kombination von natürlicher und Vakuum-Entlüftung: Eine natürliche Entlüftung wird in der frühen Schmelzphase platziert, um den Großteil der Luft auszutreiben, gefolgt von 1-2 Vakuum-Entlüftungen stromabwärts, um restliche flüchtige Stoffe zu erfassen.
Hohes Öffnungsverhältnis: Für Materialien mit hohem Gehalt an flüchtigen Stoffen erfordern Entlüftungszylinder ein größeres Öffnungsverhältnis. Spezielle Entlüftungsstopfen oder Seitenentlüftungskonstruktionen werden ebenfalls verwendet, um einen "Entlüftungsfluss" (Material, das aus dem Anschluss austritt) zu verhindern.
Förderelemente mit großem Steigung: Direkt unter den Entlüftungsanschlüssen müssen Förderelemente mit großem Steigung verwendet werden. Dies senkt den Füllgrad erheblich und bewirkt, dass sich die Schmelze in einem dünnen Film ausbreitet. Dies maximiert die Oberflächenerneuerungsrate und ermöglicht ein schnelles Entweichen von Gasen.
Dekompressionszone: Die Schneckenabschnitte vor der Entlüftung müssen eine starke Dekompression gewährleisten, um eine stabile Zone mit Null-Druck zu schaffen und zu verhindern, dass die Schmelze durch den Entlüftungsanschluss gedrückt wird.
Die Konfiguration der Vakuumpumpe ist entscheidend für die Effizienz der Entgasung.
Vakuumanforderungen: Für optische Platten sollte das Vakuumsystem einen stabilen Unterdruck zwischen -0,08 MPa und -0,1 MPa aufrechterhalten.
Kondensatoren und Rückflussverhinderung: Das System sollte hocheffiziente Kondensatortanks aufweisen, um zu verhindern, dass kondensierte flüchtige Stoffe zurück in den Zylinder fließen.
Dichtungspräzision: Es ist unerlässlich, dass die Dichtungen der Entlüftungsanschlüsse hitzebeständig und leckfrei sind. Selbst geringe Luftlecks können zu lokaler Oxidation der Schmelze führen und mehr Gels verursachen. (Referenz: Protokoll zur Stabilität der kontinuierlichen Entlüftung - Ref: #TS-DATA-PAGE12)
Spiegelpolieren: Die Oberflächenrauheit in der Nähe der Entlüftungsanschlüsse und an den Schneckenelementen sollte Ra < 0,4 um erreichen, um das Risiko von Materialanhaftung und Ablagerungen zu minimieren.
Hochharter Verschleißschutz: Die Verwendung von bimetallischen Zylindern mit einer Härte von 58-64 HRC stellt sicher, dass die Kanten der Entlüftungsanschlüsse im Laufe der Zeit nicht stumpf werden, wodurch eine effektive Selbstreinigung und Abstreifung erhalten bleibt.
Für Hersteller von High-End-Platten erfordert die Lösung von Oberflächenfehlern mehr als nur die Erhöhung der Leistung der Vakuumpumpe. Durch die wissenschaftliche Konfiguration von mehrstufigen Entlüftungszylindern, die Optimierung von Schneckenelementkombinationen mit großem Steigung und die Auswahl von hochpräzisen Teilen, die mit Coperion oder Berstorff Standards kompatibel sind, können Hersteller Blasen und Gels an der Quelle eliminieren. Dies verbessert nicht nur die Produktqualität, sondern liefert auch einen erheblichen ROI durch die Reduzierung von Ausschussraten.